Fahrradtour Jagst - Tauber - Main 2010

 


Das Taubertal einmal komplett entlang zu radeln war schon lange mein Ziel. Am 4. Juni war es dann soweit und die Tour dauerte bis zum 6. Juni.

Mein Freund Günther wollte auch mitradeln und so trafen wir uns am späten Morgen des 4. Juni am Bahnhof in Aalen. Er war aus Ulm angereist, ich von daheim aus in der Nähe Göppingens mit dem Auto. Die Planung der Strecke habe ich damals noch mit Hilfe meiner auch damals schon recht betagten Fahrradkarten gemacht.

Heute geht das bedeutend einfacher mit Hilfe des Tourenplaners von Komoot. Man registriert sich dort und kauft für ein geringes Entgelt das komplette Kartenpaket. Daheim plant man am PC die Tour und lädt sie dann auf das Smartphone, auf das man zuvor natürlich die entsprechende App geladen hat. Die Karte ist dann offline verfügbar und per GPS geht es dann los.
Ich habe die Tour für diesen Bericht 2017 nachgeplant und der gesamte Streckenverlauf  Aalen-Würzburg kann durch entsprechendes Anklicken angesehen werden. 
Da ich den Streckenverlauf nach der Tour nachbearbeitet habe, sind die gefahrenen Kilometer und die Plankilometer nicht völlig identisch.


Da die Tour mit Ausnahme der Überquerung des Bergrückens zwischen Kocher und Jagsttal weitgehend durch Flusstäler führte, habe ich die Höhenangaben diesmal weggelassen.
Das Wetter war durchgehend warm und sonnig und wird daher nicht mehr weiter erwähnt.

Wer Interesse an meinen anderen, ins Netz gestellten Touren hat, einfach zum Ende der Seite scrollen

 

1. Tag: Anreise nach Aalen und Fahrt über Ellwangen und Crailsheim ins Taubertal bei Rothenburg 91 km

Von Aalen aus ging es zunächst sehr schön auf dem Kochertalradweg bis Hüttlingen. Dort verlässt man das Tal und radelt über den Bergrücken hinüber ins Jagsttal zum dortigen Stausee bei Buch.


Auf dem Jagsttalradweg ging es nun über Ellwangen nach Crailsheim. Ellwangen hat eine schöne Innenstadt und auf dem Berg ein recht imposantes, ehemaliges Deutschordensschloss. In Crailsheim, das im Krieg ziemlich demoliert und danach nicht mehr sonderlich schön aufgebaut wurde, gönnten wir uns bei einem Griechen in der Stadtmitte erst mal eine schöne Mittagspause.


Danach ging es raus aus dem Jagsttal und unter der Autobahn durch bis Gröningen. Mitten in der Landschaft steht dann plötzlich kurz vor Wallhausen die "Anhäuser Mauer". Es handelt sich um den letzten Rest bzw. die nördliche Chorwand des ehemaligen Paulinen-Eremiten-Klostes aus dem Jahr 1403. Leider plagten meinen Freund Günther die ganze Zeit immer wieder uner-klärliche Beinkrämpfe und kurz vor Rot am See warf er das Handtuch und verabschiedete sich zum dortigen Bahnhof.  Wir werden einfach alle nicht jünger...


        
                   Schloss Ellwangen   


Über einige kleine Dörfer erreichte ich bei Diebach dann das Taubertal, das dort noch kaum zu erkennen ist, weil sich der Fluss, besser wohl Bach, in dieser Gegend noch nicht in die Landschaft eingeschnitten hat. Kurz vor Rothenburg schneidet die Tauber dann ein tiefes Tal ein und auf der Höhe, auf die es ordentlich hinaufzustrampeln gilt, liegt dann die wirklich wunderschöne, mittelalterliche Altstadt Rothenburg ob der Tauber. Es gibt dort in der ehemaligen Roßmühle übrigens auch eine tolle Jugendherberge.
Ich selbst habe preiswert im Hotel Lotus mitten in der Altstadt übernachtet.

Rothenburg ist einfach einzigartig. Kein Wunder, dass die Stadt zu den meistbesuchten, deutschen Touristenattraktionen zählt. Der Grund, warum Rothenburg so toll erhalten ist, reicht in den Dreißigjährigen Krieg zurück und war jahrhunderte lang für die damaligen Bewohner gar nicht lustig. 1631 hatten zunächst schwedische Truppen die damals evangelische Stadt kampflos besetzt. Zwei Wochen später aber war Tilly vor der Stadt, also die katholische Seite. Die Rothenburger wollten sich diesmal nicht besetzen lassen. Die Stadt wurde belagert und bei der Beschießung flog der Stadt das an der Mauer gelegene Pulvermagazin in die Luft. Nach der dann erfolgten Besetzung bleib der Stadt eine massive Plünderung zwar schlussendlich erspart. Von den mit der Besetzung verbundenen Kosten und Belastungen hat sich die Stadt danach aber nicht mehr erholt und verfiel zusammen mit einem massiven Bevölkerungsrückgang in eine Art Dornröschenschlaf. Über zweihundert Jahr passierte nichts mehr. Als dann die Romantik in Deutschland entdeckt wurde, Schlösser wie Hechingen, Lichtenstein, die Hochkönigsburg im Elsass oder die Hohenzollernburg bei Hechingen erbaut wurden, wurde auch Rothenburg entdeckt. Nur war dort sozusagen alles noch da und musste nur restauriert werden. Das Ergebnis ist bekannt: eine wunderschöne, mittelalterliche Altstadt und Touristen ohne Ende. Man muss die Stadt aber einfach gesehen haben und kann stundenlang in ihr umher und auf den Mauern um sie herumwandern. Im Übrigen ist die fränkische Küche dort hervorragend!

 

 

 

 

 


 




                  Rothenburg Stadtmauer                                                       Rothenburg Stadttor

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                     
2. Tag: Rothenburg -Kreuzwertheim 104 km

Am nächsten Morgen radelte ich von Rothenburg flott hinunter ins Taubertal. Dort passierte ich zunächst die rechts im Bild zu sehende alte Mühle mit dem beeindruckenden Mühlrad.

Das Taubertal windet sich nun bis zur Mündung in Wertheim in den Main recht idyllisch hin und her und man passiert entlang der Tauber viele schöne Dörfer und
Städte mit und ohne Schloss wie z.B. Creglingen, WeikersheimBad Mergentheim oder Tauberbischofsheim (Aufzählung nicht vollständig, siehe Karte). Kurz vor Wertheim liegt noch das Kloster Bronnbach, dessen Kirche auch eine Besichtigung wert ist. Überhaupt kann man sich, wenn man alles besichtigen will, problemlos minde-stens eine Woche im Taubertal aufhalten.
Gegen Abend erreichte ich Wertheim am Main und konnte es natürlich nicht lassen, hinaufzuradeln und das d
ortige Schloss wenigstens von außen zu besichtigen, zumal man von dort oben einen schönen Blick auf Wertheim und das Maintal hat.
Bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit stellte sich heraus, dass die Hotels in Wertheim ausgebucht waren. Also rüber über den Main nach Kreuzwertheim. Im dortigen  Landgasthof Franz gab es ein schönes Zimmer und zum Tagesabschluss gönnte ich mir ein leckeres Spargelgericht.


                 
Schloss Wertheim

 

3. Tag: Kreuzwertheim - Würzburg 104  km
 


Weiter ging es nun auf dem Maintalradweg. Obwohl der Main in diesem Bereich für die Schifffahrt kanalisiert ist, tut dies der Schönheit des Maintals keinen Abbruch. Viele fränkische Städtlein und Dörfer mit viel Fachwerk und immer wieder mal grüßt eine Burg vom Berg.

Man fährt zunächst durch Städte wie Lohr und Gemünden. Kurz nach Erlabrunn lagen direkt neben dem Radweg zwei Bagger-seen, wie geschaffen für eine nachmittägliche Badepause.

Auch Karlstadt ist mit seinem fast vollständigen Mauerring und einer Burgruine auf der gegenüber liegenden Mainseite schön anzusehen.


                      Ausfahrt Mainschleuse                                                                                                                                                                                  Burg Rothenfels
 

Schließlich erreicht ich am frühen Abend das schöne Würzburg und ging mit meiner damals dort studierenden Tochter zum Abschluss der Tour gut fränkisch essen, bevor es mit dem Zug nach Hause ging.


                                                                                                              

                                                                                                                                                      Festung Marienberg

 

So liebe Radlerfreunde, das war mein Bericht über diese kleine, aber feine Tour.

Wer mir etwas zu dieser Seite schreiben will, kann gerne eine Email senden.

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